Die Liquidität eines Unternehmens, egal ob Einmannbetrieb oder Konzern, ist nun mal der Dreh- und Angelpunkt unternehmerischen Erfolgs. Oft hängen gerade in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten Schwankungen der Liquidität, oder sogar gefährliche Engpässe, allein vom Zahlungsverhalten der Kunden ab. Nicht selten führt das zögerliche Zahlungsverhalten eines einzigen Großkunden zur Insolvenz seines viel kleineren Lieferantenpartners.
Seit mehr als 50 Jahren gibt es aber schon ein Instrument, das Unternehmen in die Lage versetzt, die Liquidität sehr komfortabel und dauerhaft sicher zu stellen; das sogenannte Factoring. Über viele Jahre eher als Liquiditätssicherungs-Instrument „für die ganz Großen“ oder „die mit den hohen Umsätzen“ abgetan und als „viel zu teuer“ vermutet, haben sich inzwischen die Zeiten und Angebote geändert. Der 100%ige regresslose Ankauf von Forderungen aus Waren und Dienstleistungen durch das sogenannte Factoring, ergänzt durch die mögliche Übernahme der Debitorenbuchhaltung, bietet heute gerade kleinen und mittleren Unternehmen enorme Vorteile. Man kann sich wieder auf das Kerngeschäft konzentrieren und ist sich dabei seiner laufende Liquidität sicher.
Die Wurzeln des Factorings gehen, Historikern zufolge, auf das dritte Jahrtausend v. Chr. zurück, als Händler in Babylon ihre Forderungen aus Warenverkäufen an Financiers abgetreten haben (vgl. Claes-Olof Livijin – Factoring with a View of History). Zur Abwicklung der Umsätze mit Abnehmern in Übersee, griffen im Mittelalter europäische Handelshäuser auf Agenten, die Factors genannt wurden, zurück. Zum Ende des 19. Jahrhunderts entstand das Finanzierungs-Factoring, als in den USA der Textilindustrie die umsatzkongruente Finanzierung der Forderungen unter Übernahme des Ausfallrisikos angeboten wurde. Bereits im Jahre 1958 wurde durch das Bankhaus Horbach der erste Factoring-Vertrag in der Bundesrepublik Deutschland abgeschlossen.
Der Factoring-Markt heute
Trotz wirtschaftlicher Krise verzeichnet die Finanzierungsform Factoring in den letzten Jahren ein permanentes Wachstum um rund 25% p.a. Die in der Bundesrepublik Deutschland ansässigen, führenden Factoring-Gesellschaften erwirtschafteten im Jahr 2008 ein Umsatzvolumen von 103,84 Mrd. Euro. Somit hat sich Factoring als ein attraktives und modernes Finanzierungsinstrument auch oder gerade für Gewerbetreibende und KMU etabliert. Grundsätzlich ist Factoring nämlich für sehr viele Unternehmen geeignet. Voraussetzung ist eine kontinuierliche Rechnungsstellung aus abgeschlossenen Lieferungen von Waren- oder Dienstleistungen bei positiver Bonität der Debitoren.
Die Vorteile des Factoring im Einzelnen:
1. Liquidität schafft unternehmerische Spielräume
- Taggleicher Ankauf der Forderungen nach Andienung
- Bevorschussung bis zu 90 Prozent innerhalb weniger Tage
- Neue Liquiditätsspielräume sichern Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit
- Flexibler Finanzierungsrahmen analog der Umsatzentwicklung eines Unternehmens
- Nutzung von Skonti und günstigen Einkaufsmöglichkeiten schafft weitere Liquidität
- pünktliche Begleichung der Rechnungen bei Lieferanten bringt ein besseres Renommee und bevorzugte Behandlung
2. Flexibilität schafft Vorteile bei Verhandlungen
- Berechenbare Zahlungseingänge erlauben eine exakte Liquiditätssteuerung
- Eine verbesserte Bilanzstruktur schafft Freiräume in Verhandlungen besonders mit der Bank (!)
- Besseres Rating unter Basel II - Gesichtspunkten
- Zusätzlicher Wettbewerbsvorteil durch die Gewährung von Zahlungszielen
Folgende Formen des Factoring werden unterschieden:
„Full-Service-Factoring“:
Das Full-Service-Factoring bietet dem Unternehmen den maximalen Service des Factors, auch in der Zusammenarbeit. Dabei übernimmt der Factor das Debitorenmanagement, Mahnwesen und Inkasso. Der Unternehmer konzentriert sich auf sein Kerngeschäft. Personelle Ressourcen können eingespart, geschont oder alternativ eingesetzt werden.
„Inhouse-Factoring“:
Bei diesem Verfahren verbleibt die Debitorenbuchhaltung einschließlich Mahnwesen beim Unternehmen. Der Factor finanziert die Außenstände und übernimmt – wie auch in allen anderen Formen des echten Factorings - das Risiko des Forderungsausfalles.
„Ultimo-Factoring“:
Diese Variante wählt das Unternehmen, um einen einmaligen Effekt aus dem Forderungsverkauf, in der Regel über den Bilanzstichtag, zu erhalten. Dabei werden die zu einem festen zeitlichen Stichpunkt bestehenden Forderungen für ca. 6-12 Wochen verkauft, um mit den Erlösen Lieferanten- oder auch sonstige Verbindlichkeiten zu tilgen. Dabei wird der Grad der Verschuldung reduziert und die Gewerbesteuerlast gemindert. Die Rückführungen erfolgen auf Basis debitorischer Zahlungseingänge.
„Fälligkeits-Factoring“:
Dieses Verfahren beschränkt sich auf die 100%ige Absicherung vor möglichen Forderungsausfällen. Zahlt der Schuldner nicht, erfolgt spätestens 120 Tage nach Fälligkeit der Forderung die Auszahlung des Forderungsgegenwertes. Eine Finanzierungsfunktion ist somit nicht gegeben. Der Vorteil gegenüber anderen Absicherungsinstrumenten besteht im Wegfall der Versicherungsteuer, der Selbstbeteiligung im Schadensfall, der Höchstentschädigungsbegrenzungen sowie im Wegfall der Ein- und Aushaftungsproblematik.
„Einkaufs- / Revers-Factoring“:
Hierbei steht der Einkauf im Fordergrund, der Factor konzentriert sich nicht auf die Bereitstellung von Liquidität auf Basis des Forderungsbestandes gegenüber den Debitoren, sondern finanziert den Materialeinkauf des Unternehmens. Der Unterschied zwischen den verschiedenen Factoringvarianten besteht in der juristischen Ausgestaltung der Finanzierungsverträge, insbesondere bezogen auf den Übergang des Eigentums an der Ware.
„Import-/Exportfactoring“
In diesen Varianten des Factorings werden Unternehmen bei grenzüberschreitenden Finanzierungslösungen begleitet.
„Sonderformen und individuelle Vertragsanpassung“:
Unabhängig von den vorgenannten Standard-Formen des Factorings, gibt es mittlerweile einige Möglichkeiten, den jeweiligen Factoringvertrag auf die Bedürfnisse des jeweiligen Forderungsverkäufers zuzuschneiden.
Dies betrifft so u.a. die Möglichkeit, ausschließlich relevante, liquiditätsbindende Debitoren (Ausschnittsfactoring) in das Factoringverfahren einzubinden bis hin zur Möglichkeit, nur einzelne Rechnungen zu verkaufen.
Wenn auch Sie sich in Zukunft lieber mehr auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren und dabei Ihre Unternehmens-Liquidität langfristig sichern wollen, haben wir hier einen Vorschlag für Sie:
alpha factoring GmbH
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